RECODE MLG
Das Projekt Rethinking Co-Creation of Digital and Environmental Policy in Systems of Multilevel Governance (RECODE MLG) widmet sich den Möglichkeiten politischer Steuerung und Koordination innerhalb staatlicher Mehrebenen-Systeme beim gleichzeitigen Wandel hin zu einer digitalen und nachhaltigen Gesellschaft. Indem gezeigt wird, wie diese „Doppel-Transformation“ (twin transition) im Mehrebenen-Governance-System (MLG) der EU wirksam gestaltet werden kann, wird ein gerechter, inklusiver und demokratischer Wandel gefördert.
Das Projekt untersucht, wie dies erreicht werden kann durch sogenannte Ko-Kreation – also durch die Einbindung unterschiedlicher Akteur:innen in einen gemeinsamen politischen Gestaltungsprozess. Neben politischen Entscheidungsträger:innen sind dies beispielsweise Interessengruppen, Bürger:innen und Freiwillige. Sie arbeiten in Ko-Kreation-Laboren gemeinsam daran, die besonderen Herausforderungen der Doppel-Transformation zu identifizieren und mögliche Lösungen dafür zu entwerfen. Dazu bringt RECODE MLG führende Expert:innen zu den Themen Mehrebenen-Governance, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Ko-Kreation, Demokratietheorie und deliberative Innovation zusammen mit Vertreter:innen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik. So wird nicht nur der Stand der Forschung zu den einzelnen Themen vorangetrieben; entstehen sollen unter anderem konkrete Handlungsempfehlungen an die Politik, einschließlich eines praxistauglichen „Werkzeugkastens“ für eine gemeinschaftliche Gestaltung der Doppel-Aufgabe aus Digitaler Transformation und Ökologischem Wandel.
Projektziele
Das übergeordnete Ziel von RECODE MLG ist es, eine gerechte, inklusive und demokratische Gestaltung der Doppel-Transformation zu fördern, indem anwendbares Wissen über Ko-Kreation weiterentwickelt wird. Dieses Wissen soll Verantwortliche auf allen Ebenen unterstützen, Politik innerhalb des politischen Mehrebenen-Systems fundiert und wirksam zu gestalten. Dazu wird neueste Forschung aus beiden Wissenschaftsfeldern zusammengeführt und in Ko-Kreation-Laboren erprobt, um ein Modell der MLG-Ko-Kreation zu entwickeln, dass über den aktuellen Stand der Forschung hinausgeht. Zusätzlich werden wissenschaftlich fundierte Politikempfehlungen, ein anwendungsorientiertes Handbuch sowie ein Dokumentarfilm zur Ko-Kreation erarbeitet, um Bürger:innen, Fachleute und Verantwortliche auf dem Weg zu einer klimaneutralen und digitalisierten Gesellschaft zu informieren und zu begleiten.
Rolle der MRN
Im Rahmen des Projekts überprüft die Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) ihr Organisations- und Vorgehensmodell, um zu analysieren, wie Projekte umgesetzt und verschiedene Akteursgruppen – Bürger:innen, Unternehmen und Politik – in Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die MRN als Best-Practice-Beispiel für Multilevel Governance auf europäischer Ebene zu positionieren und Handlungsempfehlungen für eine noch effizientere Zusammenarbeit zu entwickeln.
Zudem erforscht das Projekt, wie digitale Technologien als Katalysator für den Europäischen Green Deal wirken und die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen unterstützen können. Ein geplanter Dokumentarfilm wird die Ergebnisse und die beteiligten Akteure vorstellen und damit die Sichtbarkeit der MRN als innovative und zukunftsorientierte Modellregion in Europa stärken.
Weitere Projektbeteiligte
Das Projekt wird durch die Europäische Union gefördert im Programm HORIZON.
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