Kooperationsraum Verwaltungsmodernisierung in föderalen Strukturen
Die Länder Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz sowie die Metropolregion Rhein-Neckar setzen ihre erfolgreiche Zusammenarbeit im Bereich der Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung fort. Unter dem Namen „Kooperationsraum für Verwaltungsmodernisierung in föderalen Strukturen“ schaffen die Partner einen länder- und ebenenübergreifenden Rahmen, der als Innovations-, Erprobungs- und Umsetzungsraum für digitale Lösungen dient.
Gemeinsame Verantwortung für den digitalen Wandel
Eine moderne, digitale Verwaltung ist ein entscheidender Standortfaktor für Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Sie ermöglicht nicht nur eine effiziente und bürgernahe Interaktion, sondern bildet auch die Grundlage für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltiges Wachstum. Der föderale Kooperationsraum eröffnet die Chance, Verwaltungsgrenzen zu überwinden und digitale Leistungen so zu entwickeln, dass sie flächendeckend eingesetzt werden können.
Bereits 2010 wurde mit dem Modellvorhaben „Kooperatives E-Government in föderalen Strukturen“ der Grundstein gelegt. In den vergangenen 15 Jahren konnten zahlreiche Impulse für eine zukunftsorientierte Verwaltungsmodernisierung gesetzt werden – von der Entwicklung medienbruchfreier Prozesse über den Bürokratieabbau bis hin zur Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes. Die positiven Erfahrungen bilden nun die Basis für die Weiterentwicklung der Kooperation.
Der föderale Kooperationsraum als Reallabor
Der neue Kooperationsraum versteht sich als Reallabor, in dem innovative digitale Lösungen entworfen, erprobt und in die Praxis überführt werden. Er verknüpft die Perspektiven von Kommunen, Ländern und Bund:
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Kommunen erkennen oftmals Optimierungspotenziale im direkten Kontakt mit Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen.
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Länder und Bund schaffen die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen.
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Die Metropolregion Rhein-Neckar bietet als Modellregion die Infrastruktur, um neue Ansätze im Alltag zu testen.
So entsteht eine integrierte Zusammenarbeit, die nicht an Verwaltungsgrenzen Halt macht und zugleich als Multiplikator für den flächendeckenden Rollout innovativer Lösungen dient.
Organisation und Arbeitsweise
Die Steuerung des Kooperationsraums erfolgt über den gleichnamigen Lenkungskreis auf Entscheiderebene, in dem die Digitalbeauftragten der Länder sowie Vertreter der Metropolregion Rhein-Neckar vertreten sind. Unterstützt wird er von einer Geschäftsstelle bei der MRN GmbH, die die Koordination, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit übernimmt.
Einzelne Projekte werden im Rahmen sogenannter CIO-Patenschaften umgesetzt: Die IT-Beauftragten der Länder übernehmen hierbei die Verantwortung für Konzeption und Durchführung.
Blick nach vorn
Die Kooperationspartner haben sich verpflichtet, die Zusammenarbeit in den kommenden fünf Jahren bis 2030 zu intensivieren und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ziel ist es, digitale Prozesse bürgernah, medienbruchfrei und nachhaltig zu gestalten. Dabei soll der Kooperationsraum noch stärker als Transferplattform genutzt werden, um erfolgreiche Projekte bundesweit zu verbreiten.
Mit dem Kooperationsraum für Verwaltungsmodernisierung in föderalen Strukturen leisten Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und die Metropolregion Rhein-Neckar einen wichtigen Beitrag zur digitalen Transformation der öffentlichen Verwaltung in Deutschland – innovativ, praxisnah und zukunftsorientiert.
Ihre Ansprechpartner
Thomas WielandLeitung Digitalisierung und E-Government