Verbandsversammlung stellt Weichen für regionale Infrastrukturprojekte und erteilt höchste regionale Auszeichnung für Dallinger, Quast und Schlusche
Die Verbandsversammlung des Verbandes Region Rhein-Neckar ist am Freitag, 2. Oktober 2026, in Hockenheim zu ihrer 52. Sitzung zusammengekommen. Im Mittelpunkt standen neben personellen Veränderungen in der Verbandsversammlung insbesondere die Frage, wie regional bedeutsame Projekte der Metropolregion Rhein-Neckar künftig stärker von den Investitionsmöglichkeiten des Bundes profitieren können. Im Anschluss an die Sitzung wurden mit Stefan Dallinger, Lothar Quast und Ralph Schlusche drei prägende Persönlichkeiten der Region mit der Hermann-Heimerich-Plakette ausgezeichnet.
Regionale Projekte für Investitionen des Bundes in den Blick nehmen
Die Verbandsversammlung befasste sich mit einem Antrag der CDU-Fraktion zur Sondierung regional bedeutsamer Projekte und zur Erhebung des Finanzbedarfs im Hinblick auf das Sondervermögen des Bundes. Ziel ist es, eine strukturierte Übersicht über kurz- bis mittelfristig relevante Projekte in der Metropolregion Rhein-Neckar zu erarbeiten und deren Finanzierungsbedarf systematisch darzustellen. Zusätzlich sollen für die Region bedeutsame Vorhaben des Bundesverkehrswegeplans mit Blick auf Planungs- und Umsetzungsstand, Finanzierungsperspektiven sowie mögliche Beschleunigungs- und Priorisierungspotenziale betrachtet werden.
Die Verbandsversammlung folgte dem Antrag. Auf dieser Grundlage soll gegenüber den drei Landesregierungen ein abgestimmtes Vorgehen entwickelt werden, um auf eine angemessene Berücksichtigung regional bedeutsamer Projekte bei der Verwendung zusätzlicher Investitionsmittel hinzuwirken.
„Die Metropolregion Rhein-Neckar hat zahlreiche Infrastruktur- und Zukunftsprojekte, deren Bedeutung weit über einzelne Kommunen hinausgeht. Entscheidend ist, diese Bedarfe frühzeitig sichtbar und belastbar zu machen. Nur wenn wir als Region wissen, welche Vorhaben besonders relevant sind und welchen Finanzierungsbedarf sie haben, können wir unsere Interessen gegenüber Bund und Ländern gemeinsam und mit einer starken Stimme vertreten“, so der Verbandsvorsitzende Christian Specht.
Mit der geplanten Übersicht soll zugleich eine fundierte Grundlage entstehen, um regionale Bedarfe, Finanzierungslücken und Realisierungsperspektiven frühzeitig zu erkennen und die Position der Metropolregion gegenüber den Ländern zu stärken.
Drei Persönlichkeiten mit Hermann-Heimerich-Plakette ausgezeichnet
Im Anschluss an die Verbandsversammlung stand ein besonderer Festakt im Mittelpunkt. Der Verband Region Rhein-Neckar verlieh die Hermann-Heimerich-Plakette an Landrat a. D. Stefan Dallinger, Bürgermeister a. D. Lothar Quast und Verbandsdirektor a. D. Ralph Schlusche. Die Hermann-Heimerich-Plakette wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich weit über die Pflichten ihres Amtes hinaus um die Entwicklung der Metropolregion Rhein-Neckar sowie um die Förderung der Zusammenarbeit innerhalb der Region verdient gemacht haben.
„Dass wir heute gleich drei Persönlichkeiten mit dieser besonderen Auszeichnung ehren, macht deutlich, dass dieser Tag für den Verband und die gesamte Metropolregion einen besonderen Höhepunkt markiert“, sagte Verbandsvorsitzender Christian Specht. „Stefan Dallinger, Lothar Quast und Ralph Schlusche haben die regionale Zusammenarbeit über viele Jahre auf ganz unterschiedliche Weise nachdrücklich geprägt. Sie stehen beispielhaft dafür, dass eine Metropolregion wie unsere immer dann besonders stark ist, wenn Menschen bereit sind, über institutionelle, kommunale und Ländergrenzen hinweg Verantwortung für die gesamte Region zu übernehmen.“
Stefan Dallinger: über zwei Jahrzehnte Verantwortung für die Metropolregion Rhein-Neckar
Mit Stefan Dallinger würdigte der Verband einen der prägenden Akteure der Metropolregion der vergangenen zwei Jahrzehnte. Bereits als Verbandsdirektor übernahm Dallinger ab 2006 in einer entscheidenden Aufbauphase Verantwortung: Es galt, die neu geschaffenen Institutionen des Verbandes Region Rhein-Neckar und der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH mit Leben zu füllen, zukunftsfähig auszurichten und der jungen Metropolregion Profil zu geben. Nach seiner Wahl zum Landrat des Rhein-Neckar-Kreises wurde Dallinger 2010 Mitglied der Verbandsversammlung. Später führte er die CDU-Fraktion und stand von 2016 bis 2022 als Vorsitzender an der Spitze der Verbandsversammlung. Darüber hinaus engagierte er sich in zahlreichen weiteren regionalen Funktionen, wie etwa im Vorstand des Verein Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar e.V.
Zu den Themen, die Dallinger über viele Jahre maßgeblich begleitete, gehören unter anderem die Entwicklung des Einheitlichen Regionalplans, die Clusterförderung, der Regionalpark, das kooperative E-Government in föderalen Strukturen, regionale Energie- und Infrastrukturthemen sowie Wasserstoffinitiativen und Smart-Region-Projekte. Zugleich vertrat er die Interessen der Metropolregion immer wieder auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene.
„Stefan Dallinger hat der regionalen Zusammenarbeit Richtung gegeben, über institutionelle und politische Grenzen hinweg Brücken gebaut und entscheidende Entwicklungen angestoßen. Dafür gebühren ihm unser herzlicher Dank und unsere besondere Wertschätzung“, würdigte Specht das langjährige Engagement Dallingers.
Lothar Quast: mehr als drei Jahrzehnte Sachverstand und Kontinuität
Mit der Hermann-Heimerich-Plakette wurde darüber hinaus Lothar Quast für insgesamt 32 Jahre Tätigkeit in den Gremien des Verbandes Region Rhein-Neckar und seiner Vorgängerorganisation ausgezeichnet. Zwei Jahrzehnte wirkte Quast im Planungsausschuss mit, zwölf Jahre lang trug er als stellvertretender Verbandsvorsitzender besondere Verantwortung. Der Verband würdigte insbesondere seine große fachliche Expertise in Fragen der Stadtentwicklung, Regionalplanung und des Bauens sowie seine sachliche und verbindliche Art der politischen Zusammenarbeit.
„Lothar Quast war für dieses Gremium über viele Jahre eine klärende Stimme und ein verlässlicher Kompass. Mit seinem Gespür für das Machbare und seinem Blick für die langfristigen Wirkung hat er unseren Beratungen stets Orientierung gegeben“, sagte Specht.
Ralph Schlusche: 16 Jahre Motor und Netzwerker der Metropolregion
Eine besondere Würdigung erfuhr auch Ralph Schlusche, der Ende September nach zwei Amtszeiten an der Spitze des Verbandes sein Amt als Verbandsdirektor übergeben hat. 16 Jahre lang stand er an der Spitze des Verbandes Region Rhein-Neckar und war zugleich Mitgeschäftsführer der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH. In dieser Doppelrolle verband Schlusche die kommunale und politische Ebene des Verbandes mit zahlreichen Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Er pflegte die Zusammenarbeit mit Städten, Gemeinden und Landkreisen ebenso wie mit Kammern, Unternehmen, Landesministerien und Aufsichtsbehörden und vertrat die Interessen der Region auch auf nationaler und europäischer Ebene.
Während seiner Amtszeit wurden zahlreiche regionale, nationale und internationale Kooperationen aufgebaut und vertieft. In diese Zeit fallen unter anderem der positive Zuschlag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen zum Smart Region-Projekt „Smarter, nachhaltiger Tourismus“, der Mobilitätspakt Rhein-Neckar mit Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz, die Beteiligung am Wettbewerb RegioWIN (Wettbewerb zur zukunftsfähigen Regionalentwicklung in Baden-Württemberg) sowie weitere europäische Kooperationen.
Unter seiner Leitung befasste sich der Verband mit zentralen Zukunftsthemen wie integrierter Regionalplanung, erneuerbaren Energien, nachhaltiger Regionalentwicklung, Mobilität und Digitalisierung. Dabei verstand Schlusche es insbesondere, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen und aus regionalen Ideen konkrete Kooperationen und Projekte entstehen zu lassen.
„Ralph Schlusche war für diese Region weit mehr als der Leiter einer Verwaltung“, sagte Specht. „Er war Netzwerker, Möglichmacher und ein verlässlicher Vermittler zwischen unterschiedlichen Interessen. Seine besondere Stärke bestand darin, Menschen und Institutionen zusammenzubringen und aus gemeinsamen Ideen konkrete regionale Zusammenarbeit entstehen zu lassen. Dafür gebührt ihm unser großer Dank.“
Besonders gewürdigt wurde auch Schlusches Führungsstil. Er gab der Verbandsverwaltung Rückhalt, ermöglichte fachliche Eigenverantwortung und war für die politischen Gremien über viele Jahre ein verlässlicher Ratgeber und Partner.
Mit der gemeinsamen Auszeichnung von Stefan Dallinger, Lothar Quast und Ralph Schlusche würdigt der Verband drei Persönlichkeiten, die die institutionelle Entwicklung und die länderübergreifende Zusammenarbeit in der Metropolregion Rhein-Neckar über viele Jahre und in unterschiedlichen Funktionen maßgeblich begleitet und geprägt haben.
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