Schienenkorridor Rhein-Neckar: Region im Austausch mit dem Bundesverkehrsministerium – Rückenwind aus dem Abgeordnetenfrühstück in Berlin
Die Metropolregion Rhein-Neckar hat in Berlin ihre Position zu zentralen Schienenprojekten gegenüber Bund und Bundespolitik bekräftigt: Im Fokus standen die Neu-/Ausbaustrecke Mannheim–Karlsruhe und die Neubaustrecke Frankfurt–Mannheim.
Die Metropolregion Rhein-Neckar hat in dieser Woche ihre Position zu zwei zentralen Schienen-Großvorhaben im direkten Austausch mit dem Bund und der Bundespolitik bekräftigt. Im Mittelpunkt standen die Neu-/Ausbaustrecke Mannheim–Karlsruhe sowie die Neubaustrecke Frankfurt–Mannheim – Schlüsselprojekte für Kapazität, Zuverlässigkeit und Resilienz des Schienenverkehrs im Südwesten und auf den überregionalen Achsen.
Am Montagabend (26. Januar 2026) fand hierzu ein Gespräch im Bundesverkehrsministerium mit Staatssekretär Stefan Schnorr in Berlin statt. Seitens der Region nahmen unter anderem Stefan Dallinger, Landrat des Rhein-Neckar-Kreises und Vorsitzender der Verbandsversammlung, Christian Specht, Vorsitzender des Zweckverbands Verkehrsverbund Rhein Neckar (VRN) und Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, Christian Engelhardt, Landrat im Kreis Bergstraße, der neugewählte Oberbürgermeister der Stadt Ludwigshafen, Prof. Dr. Klaus Blettner, sowie Ralph Schlusche, Verbandsdirektor des Verband Region Rhein-Neckar, teil. Begleitet wurden sie von weiteren kommunalen Partnern aus der Region sowie Akteuren des VRN.
Kernbotschaft der Region: Der Schienenkorridor Rhein-Neckar braucht planbare nächste Schritte, klare Priorisierung und eine verlässliche Hinterlegung der Vorhaben in Planung und Umsetzung. Landrat Dallinger unterstrich im Austausch, dass die Region geschlossen hinter den Planungen zu Frankfurt–Mannheim und Mannheim–Karlsruhe steht – ein wichtiger Unterschied zu anderen Vorhaben und ein starkes Signal für die weitere Umsetzung.
Aus dem Bundesverkehrsministerium wurde angekündigt, Gespräche mit der DB InfraGO zur Priorisierung der Projekte zu führen. Zudem wurde die für Mannheim–Karlsruhe ausgewählte Vorzugsvariante im Teilabschnitt Friedrichsfeld–Karlsruhe seitens des Bundes grundsätzlich positiv bewertet. Für die Neubaustrecke Frankfurt–Mannheim soll die parlamentarische Befassung im 1. Quartal beginnen. Beide Projekte wurden als Vorhaben von bundesweiter Bedeutung mit hoher Priorität eingeordnet – verbunden mit dem Hinweis, dass sie im Rahmen der Finanzierung weiterhin intensiv unterstützt werden sollen.
Neben den beiden Neu-/Ausbaustrecken wurden auch aktuelle Themen adressiert – insbesondere die unsichere Finanzierungslage beim viergleisigen Ausbau Mannheim–Heidelberg. Darüber hinaus stellte die Region erneut die hohe Relevanz des Schienenknotens Rhein-Neckar heraus: Für eine leistungsfähige und zugleich stadtverträgliche Weiterentwicklung müssen in den Planungen zur Durchquerung Mannheims auch Lösungen wie Tunnelabschnitte sowie die Berücksichtigung eines Tiefbahnhofgleises mitgedacht werden. Aus Sicht des Bundes wurde ein entsprechender Bedarf grundsätzlich als plausibel eingeordnet – maßgeblich werde jedoch sein, dass die erwarteten Zugzahlen in der Verkehrsprognose 2040 dies bestätigen und das Kosten-Nutzen-Verhältnis die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt.
Ebenfalls wurde vereinbart, die Einrichtung einer Projektgesellschaft für die Knotenmaßnahmen Rhein-Neckar zu prüfen. Ziel wäre, Planung und Umsetzung besser zu bündeln und zu beschleunigen – ohne dabei Erwartungen an kurzfristige Ergebnisse zu wecken. Entscheidend bleibt, die nächsten Schritte verlässlich vorzubereiten und die Voraussetzungen für eine tragfähige Umsetzung zu schaffen.
„Der Schienenknoten Rhein-Neckar ist ein strategischer Dreh- und Angelpunkt – für Pendlerinnen und Pendler, für die Wirtschaft und für die Klimaziele. Wir brauchen bei den Aus- und Neubauvorhaben Frankfurt–Mannheim und Mannheim–Karlsruhe klare nächste Schritte und Verlässlichkeit. Gleichzeitig darf die Finanzierung des dringend benötigten viergleisigen Ausbaus Mannheim–Heidelberg nicht zur offenen Flanke werden. Und: Bei der Durchquerung Mannheims müssen Lösungen wie Tunnel und Tiefbahnhof-Elemente von Beginn an mitgedacht werden“, so Oberbürgermeister Christian Specht.
Landrat Stefan Dallinger betont: „Die Metropolregion Rhein-Neckar spricht hier mit einer Stimme. Unser Anspruch ist: Planungssicherheit, ein belastbarer Zeitplan und eine Umsetzung, die den Alltag der Menschen verbessert – und nicht nur auf dem Papier wirkt.“
Abgeordnetenfrühstück: Austausch mit Abgeordneten aus der Region und Verkehrspolitik
Am Dienstag (27. Januar 2026) hat die Metropolregion Rhein-Neckar ihre Anliegen zudem bei einem Abgeordnetenfrühstück in Berlin platziert. Eingeladen waren verkehrspolitische Sprecherinnen und Sprecher der Fraktionen, Mitglieder des Verkehrsausschusses sowie Abgeordnete aus der Metropolregion Rhein-Neckar. Das Treffen fand in der Hessischen Landesvertretung statt.
Auf der Agenda standen die Vorstellung der regionalen Forderungen zum Schienenkorridor Rhein-Neckar (u. a. mit Film zum Schienenknoten Rhein-Neckar sowie der Vorstellung einer neuen Broschüre) sowie eine Diskussion und Aussprache mit den teilnehmenden Abgeordneten zum weiteren Vorgehen. Die Region konnte dabei für ihre Projekte werben und stieß auf großes Interesse. Das Vorgehen der Metropolregion sowie die Forderung nach einer Projektgesellschaft für Knotenmaßnahmen wurden von mehreren Seiten ausdrücklich unterstützt.
Inhaltlich wurden – neben den beiden großen Neu-/Ausbaustrecken – auch Rahmenbedingungen und Begleitfragen adressiert. Dazu zählte insbesondere, dass im Kontext der Verkehrsführung bei der Neubaustrecke Frankfurt–Mannheim ein umfassender Lärmschutz auch an den Bestandsstrecken mitgedacht werden muss. Zugleich wurde deutlich, dass der Ausbau des Knotens Mannheim politisch grundsätzlich unbestritten ist – es nun aber darauf ankommt, die nächsten Schritte so abzusichern, dass Planung, Finanzierung und Umsetzung verlässlich ineinandergreifen.
Mit Blick auf eine mögliche Projektgesellschaft wurde festgehalten, dass hierfür die DB InfraGO als zentraler Akteur einzubinden und zu überzeugen ist. Zudem wird zu klären sein, ob und in welcher Form eine finanzielle Beteiligung der Region in Betracht kommt. Als Herausforderung wurde auch benannt, dass Neubauvorhaben derzeit primär im regulären Verkehrsetat verankert sind und nicht über das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität abgedeckt werden.
Landrat Stefan Dallinger zog ein Fazit: „Es kommt nun darauf an, die Unterstützung für die notwendigen Schritte im parlamentarischen Raum zu verstetigen. Die Gespräche mit den Abgeordneten waren konstruktiv – auf dieser Grundlage geht es nun darum, Planungssicherheit für Projekte zu schaffen, von denen nicht nur die Metropolregion Rhein-Neckar profitiert, sondern die überregional zusätzliche Kapazitäten und Chancen eröffnen.“
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