veröffentlicht am 06.07.2026

Neue Spitze, weitreichende Beschlüsse: Verbandsversammlung wählt Christian Specht zum Verbandsvorsitzenden und stellt Weichen für Energiewende und Mobilität 03.07.2026 | Heidelberg Congress Center

Neue Spitze, weitreichende Beschlüsse: Verbandsversammlung wählt Christian Specht zum Verbandsvorsitzenden und stellt Weichen für Energiewende und Mobilität

Neue Führung für den Verband – Kontinuität und neue Impulse

Mit Christian Specht übernimmt ein Politiker den Verbandsvorsitz, der die Region und ihre Institutionen seit fast drei Jahrzehnten mitgestaltet. Specht war von 2001 bis 2005 Direktor des Raumordnungsverbandes Rhein-Neckar und maßgeblich an der Gründung der Metropolregion Rhein-Neckar sowie der Aushandlung des länderübergreifenden Staatsvertrags beteiligt, der die Grundlage für den heutigen Verband Region Rhein-Neckar bildet. Seit 2023 ist er Oberbürgermeister der Stadt Mannheim. Er folgt auf Stefan Dallinger, der den Verbandsvorsitz seit 2016 innehatte und mit seinem Ausscheiden als Landrat abgegeben hat.

„Die Metropolregion Rhein-Neckar lebt davon, dass Städte, Kreise und Gemeinden über Landesgrenzen hinweg gemeinsam handeln und sich mit ihren jeweiligen Stärken in die Weiterentwicklung der Region einbringen. Als Verbandsvorsitzender möchte ich diese Zusammenarbeit weiter stärken und den Verband als starke Stimme für eine zukunftsfähige, wirtschaftsstarke und lebenswerte Region führen.“

Zum ersten Stellvertreter des Verbandsvorsitzenden wählte die Verbandsversammlung Ralf Eisenhauer, der die Nachfolge von Lothar Quast antritt. Auch an der Spitze der Verbandsverwaltung gibt es einen Wechsel: Sven Hoffmann wurde zum neuen Verbandsdirektor gewählt und tritt sein Amt am 1. Oktober 2026 an. Er folgt auf Ralph Schlusche, der am 30.09.2026 nach Ablauf von zwei Amtszeiten in den Ruhestand tritt. Hoffmann ist aktuell hauptamtlicher Kreisbeigeordneter des Landkreises Bad Dürkheim. „Ich danke der Verbandsversammlung für das Vertrauen und freue mich auf die neue Aufgabe. Gerade in den aktuell herausfordernden Zeiten geht es darum, die Metropolregion Rhein-Neckar im Wettbewerb mit anderen Regionen für die Zukunft sattelfest zu machen - gemeinsam mit den Gremien, der Verbandsverwaltung und den Partnern.“

Satzungsbeschluss Teilregionalplan Freiflächen-Photovoltaik – 116 Standorte für die Energiewende

Mit breiter Mehrheit fasste die Verbandsversammlung den Satzungsbeschluss zum Teilregionalplan Freiflächen-Photovoltaik zum Einheitlichen Regionalplan Rhein-Neckar – nach einem mehrjährigen Planungsprozess, der 2022 mit dem Aufstellungsbeschluss begann. Grundlage für die heutige Entscheidung war die Synopse der Abwägungsvorschläge der Verbandsverwaltung zu den 185 Stellungnahmen, die im Rahmen der zweiten Offenlage im Sommer 2025 eingegangen waren. Allein aus diesen Stellungnahmen ergaben sich 831 einzelne Bearbeitungseinheiten, die von der Verbandsverwaltung geprüft und abgewogen wurden.

Im Ergebnis weist der Teilregionalplan 116 Standorte mit einer Gesamtfläche von rund 1.223 Hektar als Vorbehaltsgebiete für regionalbedeutsame Freiflächen-Photovoltaikanlagen aus. Das entspricht 0,22 Prozent der Fläche der Metropolregion Rhein-Neckar. Im baden-württembergischen Teilraum werden damit 75 Vorbehaltsgebiete mit rund 862 Hektar (0,35 Prozent der Teilraumfläche) ausgewiesen, im rheinland-pfälzischen Teilraum 29 Gebiete mit rund 381 Hektar (0,11 Prozent) und im hessischen Teilraum 12 Gebiete mit rund 80 Hektar (0,11 Prozent). Mit dieser Flächenkulisse erreicht die Region den nach dem baden-württembergischen Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetz vorgegebenen Flächenbeitragswert von 0,2 Prozent.

Mit dem Satzungsbeschluss erhält die Region Planungssicherheit für Kommunen und Projektierende gleichermaßen: Die ausgewiesenen Standorte schaffen Klarheit über geeignete Flächen für Photovoltaikanlagen und leisten einen wichtigen Beitrag zu den Klimaschutz- und Energiewendezielen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen. Die Verbandsverwaltung wird nun beauftragt, den Teilregionalplan dem Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg zur Genehmigung vorzulegen, die im Einvernehmen mit der zuständigen Landesplanungsbehörde von Rheinland-Pfalz erfolgt.

Regionales Verkehrsmodell Rhein-Neckar – Beschluss zum weiteren Verfahren

Als Region mit vielfältigen Verkehrsströmen und umfangreichen Sanierungsarbeiten auf den zentralen Verkehrsachsen ist die Region Rhein-Neckar auf eine einheitliche, ländergrenzenübergreifende Betrachtung des Verkehrs angewiesen. Das Regionale Verkehrsmodell ergänzt als zweite und finale Stufe das bereits bestehende Verkehrsmodell für den Kernraum der Region und schließt künftig die Lücke zwischen kommunalen Verkehrsmodellen und dem Landesverkehrsmodell Baden-Württemberg. Es ermöglicht, die verkehrlichen Auswirkungen räumlicher Entwicklungen zu betrachten und in die Zukunft zu prognostizieren.

Die EU-weite Ausschreibung für die Erstellung des Verkehrsmodells wurde am 2. Juni 2026 veröffentlicht, die Angebotseröffnung erfolgte am 3. Juli. Die Verbandsversammlung nahm den aktuellen Sachstand im Vergabeverfahren zur Kenntnis und ermächtigte den Verbandsdirektor, den Zuschlag nach Abschluss der Prüfung und Wertung der eingegangenen Angebote zu erteilen. Die Zuschlagserteilung wird voraussichtlich im August 2026 erfolgen. Das Vorhaben wird unter anderem durch Kostenbeteiligungen des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar sowie Fördermittel des Landes Baden-Württemberg mitfinanziert.

Weitere Beschlüsse der Sitzung

Neben den genannten Schwerpunkten befasste sich die Verbandsversammlung u. a. mit der Neubesetzung der Mitglieder und Stellvertreter in Verwaltungsrat, Planungsausschuss und Ausschuss für Regionalentwicklung und Regionalmanagement sowie mit der Jahresrechnung 2025 des Verbandes Region Rhein-Neckar.

Die heutige Sitzung markiert damit einen wichtigen Neustart für den Verband Region Rhein-Neckar: Mit neuer politischer und administrativer Führung sowie richtungsweisenden Beschlüssen zu Energiewende und Mobilität stellt sich die Region den zentralen Zukunftsaufgaben.

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Portrait von Patrick Schütz

Patrick SchützLeiter Öffentlichkeitsarbeit und Regionalmanagement